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Kategorie: Leistungssport
Von: Arne Simann, Ruder-Event GmbH
Die flyeralarm-RBL hat die ?Main-Arena? zum Kochen gebracht
Der Saisonauftakt 2010 ist für die RBL erfolgreich gelaufen. Bei für den Frühlingsmonat Mai frischen Temperaturen startete die stärkste Ruder-Liga Europas vor der berühmten Bankenskyline in ihre zweite Saison. 45 Achter begannen mit dem Zeitfahren in der Formel 1 des Rudersports den Kampf um Titel, Auf- und Abstiegsplätze. Im Rahmen des Xchanging-Ruderfestes war die RBL das sportliche Highlight und I-Tüpfelchen auf 4 bunten und verrückten Rudertagen am Museumsufer.
Die Sportstadt Frankfurt hat zusammen mit dem Frankfurter Regattaverein um die äußerst engagierten Hauptorganisatoren Oliver Palme und Gerhard Meuer ein Ruderfest im Herzen der Stadt geschaffen, das viele Zweifler in diesem großen und erfolgreichen Umfang im Vorfeld nicht für möglich gehalten haben. Rund 25.000 Zuschauer pilgerten während der Ruderrennen am altehrwürdigen ?Catwalk Schaumainkai? an den dynamischen Rennen vorbei und viele blieben gerne an der ?Main-Arena? stehen, um die packenden Hochgeschwindigkeitsrennen in der Königsklasse zu verfolgen.
Insbesondere in der 2. Bundesliga der Herren waren viele neue Teams mit großer Qualität neu am Start, so dass eine große Spannung bei Sportlern, Fans, Insidern und normalen Zuschauern herrschte, welche Teams sich nach der Winterpause in neuer Stärke präsentierten. Schon nach dem Qualifying auf der technisch anspruchsvollen Europawasserstraße war der ?Baden-Achter? aus der Fächerstadt Karlsruhe ein glasklarer Favorit auf die erste Tabellenführung. Das im Süd-Westen gefürchtete Team von Coach Ralf Thanhäuser besiegte im Finale die Hanseaten vom RC Favorite Hammonia Hamburg. Mit dem RV Weser Hameln um die beiden Olympiaruderer Michael Ruhe und Jan-Martin Bröer auf Position drei haben sich gleich drei Neueinsteiger an die Spitze geschoben und sind Beleg dafür, dass die zweite Liga vermutlich dieses Jahr so stark ist wie noch nie. Auf den vier Abstiegsplätzen landeten im ersten von sechs Durchgängen dieses Jahr die Teams aus Witten, Duisburg, Osnabrück II und Marburg. Das Quartett mit der roten Laterne hat jedoch noch alle Chancen selbst in der Hand sich aus dem Abstiegsstrudel freizuschwimmen und das rettende Mittelfeld zu erreichen.
Das System Bockelmann dominiert die 1. Liga der Damen und Männer
In der ersten Bundesliga der Damen gab es einen Mannschaftszuwachs um über 30%. Dennoch hieß der Sieger am Ende wieder einmal RG Hansa Hamburg (Alsterachter). Der amtierende Bundesliga-Champion von 2009 wird seit diesem Winter vom neuen Trainer Ralf Bockelmann betreut, der schon seit letzter Saison die erfolgreichen Männer des Hamburger und Germania RC von 1836 anleitet. Und statt dem ewigen Duell mit der Damen-Fraktion vom Elfrather See, bekamen es die ?Alsterperlen? vom Ostufer im Finale mit dem starken Berliner Wannsee-Express zu tun. Letzten Jahr noch für den Mainzer RV unter Lizenz, starten die Damen nun für die Hauptstadt und haben sportlich einen großen Sprung nach vorne gemacht. Die ewigen Vierten der vergangenen Saison haben durch Anna Kluchert und Judith Aldinger ihren Kader mit internationalen erfahrenen Sportlerinnen verstärkt und jetzt das Potenzial regelmäßig vorne in die Plätze zu fahren. Im kleinen Finale machte das Crefelder Oktett seinem erfolgreichen Namen alle Ehre und verwies den Bayern-Achter aus Würzburg auf den vierten Rang. ?Wir sind als Neueinsteiger sehr überrascht von der enormen Leistungsstärke der Frauenachter an der Spitze, aber auch von unserem Team. Da wir erst einmal in den Rennrhythmus finden müssen, sehe ich auch für unser Team um die erfahrene Sprintspezialisten Judith Obrocki noch Potenzial, dass wir erschließen können. Über den Spaß werden wir auf den nächsten RBL-Renntagen versuchen das Spitzentrio anzugreifen?, gibt sich Bayern-Coach Tom Schüler kämpferisch.
Ewiges Duell der 1. Liga entscheided Hamburg für sich
Die ?Hamburger Jungs? vom DHuGRC schlugen im A-Finale den amtierenden Deutschen Meister und Bundesliga-Champion vom Crefelder RC mit 1/10 Sekunde Vorsprung und zeigen damit auf, dass der Kampf um die Krone auch dieses Saison wieder sehr spannend werden wird. Schon Bundestrainer Hartmut Buschbacher bescheinigte dem Alsterclub im neuen RBL-Ligamagazin die Fähigkeit die Spitze anzugreifen. Mit gezielten Verstärkungen wie Philipp Karnatz und Martin Rückbrodt hat Hamburg ein paar PS mehr in den Maschinenraum gebracht, während der Crefelder RC auf seine bewährte Meistermannschaft setzt. Allerdings muss der Lüke-Achter aus der Seidenstadt dieses Jahr auf Thorben Henning verzichten, der sich nach einer Rückenverletzung auf dem Wege der Besserung befindet. Spektakulär auch die Verletzung vom Krefelder Mittelschiff-Mann Alexander Thierfelder. Beim Shakehands vor dem Zeitfahren kugelte sich der junge Athlet schmerzhaft die Schulter aus. Und da der Start unmittelbar bevor stand, packte sein Vordermann Lars Henning kurzerhand kraftvoll zu und renkte Thierfelder die Schulter mit dem Henningschen Handgriff wieder ein. Trotz dieses Handicaps gewann der West-Verein das Zeitfahren und kam bis ins A-Finale.
Völlig überraschend und wie Phönix aus der Asche platzierte sich der Frankfurt-Achter von der Germania bei seinem ?Heimspiel? in der ?Main-Arena? mit einem sensationellen dritten Platz und zum ersten Mal auf dem Siegertreppchen. ?Das ist der absolute Wahnsinn, dass unsere Truppe sich nach dem Abstiegskampf des letzten Jahres jetzt plötzlich vorne in der Spitze wiederfindet. Ein Stück weit hat natürlich auch das Heimpublikum und der Frankfurter Fanblock geholfen. Mit dem lautstarken 10. Mann im Rücken kann so ein Team natürlich über sich hinauswachsen. Wir sind daher sehr glücklich über die sportliche Entwicklung des Achters unter Trainer Joe Karg und werden den einzigen Liga-Achter aus Frankfurt natürlich auch in Zukunft bestmöglich unterstützen?, gibt sich Oliver Palme unisono mit dem ersten Vorsitzenden Walter von Wietzlow begeistert über den dritten Rang.
Siegerehrung auf der Show-Bühne
Die Siegerehrung auf der großen Show- und Eventbühne erzeugte dann noch einmal Gänsehaut bei Zuschauern und Sportlern. Während Walther von Wietzlow, Gerhard Meuer und Herr Dr. Gerrit Seidl von Xchanging-Geschäftsleitung den Sportlern Medaillen, regionale "Bembel" und Pokale übergaben und die jeweiligen Fanclubs ihre Mannschaften gebührend lautstark feierten, wurde den beiden Hamburger Teams das ?Gelbe Trikot? vom RBL-Ausrüster Newwave für den neuen Tabellenführer überreicht. Zu ?We are the Champions? ging ein emotionsreicher Rudertag zu Ende, bevor die ?Groove Agents? das Bühnenprogramm übernahmen und alle Ruderer danach zusammen auf der ?After Row Party? einen wunderschöne ?Nacht der Sportler? mit Fans, Freunden und Familien feierten.
Marcel Hacker von den Rennen begeistert
Auch Deutschlands erfolgreichster Einerfahrer der letzten 10 Jahre, Marcel Hacker, war zwischen seinen Siegen in Duisburg abends zur Bundesliga gefahren und konnte als Germania-Fan und Mitglied seine Clubmannschaft feiern. ?Das waren echt spannende Rennen in der RBL. Ich habe die Qualifikation für unser Team leider nicht geschafft, konzentriere mich aber auch auf die Skulltechnik, um beim Bundestrainer international zu punkten. Wenn es der Zeitplan und der Coach erlauben und bei der Mannschaft mal einer fehlen sollte, hätte ich schon Lust auch für Frankfurt zum Riemen zu greifen. Oberste Priorität liegt aber auf der WM in Neuseeland und Zuschauen macht ja auch sehr viel Spaß bei der Bundesliga?, zeigt sich Marcel Hacker begeistert von der neuen Kompaktklasse 350m-Sprint.
Nächster Renntag am 19. Juni im ?Hexenkessel Hebewerk Henrichenburg?
Der Bundesliga-Zirkus zieht nun weiter zum Standort Castrop-Rauxel. Nachdem das bewährte ?Kanal-Stadion? am RVR begradigt und erweitert wird, findet der Showdown der besten Sprintachter Deutschlands am 19. Juni im ?Hexenkessel am historischen Hebewerk Henrichenburg? statt. ?Sport und Kultur sind das Motto am Zuschauermagneten Schiffshebewerk und wir werden die Nacht der Industriekultur mit der ?Nachtschicht? zusammen mit der RBL als ein sportkulturelles Highlight im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas präsentieren. Wir sind erneut Feuer und Flamme für die flyeralarm-Ruder-Bundesliga und freuen uns auf die besten Ruderteams zum 111. Geburtstag des Schiffshebewerkes?, macht RVR-Vorsitzender Meinolf Schnettler Appetit auf den Sprint im Ruhrgebiet.
- Links:
- www.ruder-bundesliga.de
- www.ruderfest.de
