HRV-Wanderfahrt auf Hase und EMS (13.05.-.17.05.2015)

EMSige RuderHASEn auf Tour

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Mannschaftsfoto vor dem Bootshaus der Lingener RG (auf dem Foto fehlt Reinhard Schintze)

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Hajo Martin liest die Wegbeschreibung, Dortmund-Ems-Kanal bei Lingen

Den Hessischen Ruderverband zieht es immer wieder ins Flachland. Stephan Gerlach (2006) und Linda Lohfink (2009) leiteten Rudertouren in Ostfriesland, Hajo Martin organisierte mehrere Fahrten in den Niederlanden. Im Mai 2015 befuhren die Hessen Ems und Hase. Planung und Durchführung des dreitägigen Ausflugs mit dem Boot lagen bei Helga und Jürgen Wunstorf (CFRV). Das bewährte Team des CFRV leitete die Wanderfahrt erneut mit Umsicht und mit viel Einfühlungsvermögen. Wie immer war alles sorgfältig geplant. Dafür herzlichen Dank!

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Die Ab nach Cassel auf dem Weg in die Hase

Gestartet wurde die Wanderfahrt am Bootshaus des Sportvereins Alemannia Salzbergen von 1919. Die ersten Kilometer wurden auf der Ems zurückgelegt. Der Fluss ist gestaut, seine Fließgeschwindigkeit ist gering. Die erste Rast war im Gasthaus „Zur Emsbrücke“ bei Kilometer 73,4 an der Straßenbrücke der L54 (Emsbüren – Leschede) geplant. Susanne Alte-Bornholt und Stephan Gerlach, beide für den ersten Landdienst eingeteilt, warteten hier auf die beiden Vierer und den gesteuerten Doppelzweier. Für den ortsunkundigen Laien war es zuweilen schwer anzumachen aus welcher Richtung die Aktiven zu erwarten waren. Immer wieder schaute der Landdienst auf die Uhr. Er blickte zur Brücke und war entsprechend überrascht als die Boote aus der anderen Richtung ankamen. Nach einer Stärkung ging es weiter nach Lingen. Ab Flusskilometer 84,4 gilt die Ems als Dortmund-Ems-Kanal (Kanal-Km 140,0). Der Fluss ist hier begradigt damit er auch von der Berufsschifffahrt genutzt werden kann. Am heutigen Feiertag (Christi Himmelfahrt) waren keine Frachter unterwegs. Wir begegneten überhaupt sehr wenigen Booten. 33 Kilometer umfasste die Tagesetappe, bei einer Reisegeschwindigkeit von 6,5 Kilometern in der Stunde waren die Arme und Beine entsprechend ermüdet als die drei Boote am Nachmittag bei der Lingener RG ankamen. Die anfänglichen Wolken hatten sich im Laufe des Tages verzogen, ab Mittag strahlte die Sonne und die Temperatur, die in der Frühe bei frischen 11 Grad lag, war auf angenehme 18 Grad geklettert.

Am zweiten Rudertag ging es auf dem Dortmund-Ems-Kanal zunächst weiter bis nach Meppen (19 km). Das Bootshaus des Wassersportvereins Meppen liegt im Mündungsbereich der Hase. Auf dem gepflegten Vereinsgelände erwartete uns ein schmackhaftes Picknick. Fahrtenleiter Jürgen Wunstorf hatte hier ein weiteres Boot geliehen, so war es möglich, dass alle Teilnehmer an der Auffahrt auf der Hase teilnehmen konnten. Ein optischer Leckerbissen war zunächst die historische Eltingmühle, die vom Bootshaus aus sichtbar ist. Nach etwa einem Kilometer erreichten wir die historische Koppelschleuse am Vorläufer des Dortmund-Ems-Kanals. Diese Schleuse war gesperrt. Sie wurde gerade instand gesetzt. Wir fuhren weiter bis etwa zur Ortschaft Bokeloh (919 gegründet). Die Hase präsentierte sich wesentlich attraktiver als die ausgebaute Ems oder Dortmund-Ems-Kanal. Der Fluss windet sich durch die flache Landschaft, am Ufer stehen Bäume und Weiden. Vereinzelte Sandstrände laden hier im Sommer zum Verweilen an. Die Strömung auf der Hase war deutlich feststellbar. Kurz hinter Bokelohn wendeten wir. Es ging zurück zur Mündung. Gern hätten wir länger auf der Hase verweilt: Vielleicht findet sich ja ein Fahrtenleiter, der diesen Fluss einmal bereist. Die Tagesetappe endete am Bootshaus in Meppen. Dieser Tag war der Höhepunkt der Fahrt. Die Attraktivität der Hase einerseits und das optimale Ruderwetter andererseits zauberte heute bei allen ein besonders nettes Lächeln ins Gesicht.

Über Nacht zogen Wolken aus, das Thermometer wies am Morgen des 16.05.2015 frische Temperaturen aus. Über die Wetter-Apps wussten die Teilnehmer, dass heute die Regenjacke und -hose zur unbedingten Sportausstattung gehören musste. Gegen 10 legten heute nur die beiden Vierer ab. Der Zweier blieb an Land. Nachdem Anke Huesmann krankheitsbedingt ausfiel und andere Teilnehmer den Wunsch äußerten, an Land bleiben zu dürfen, wurde der Landdienst kurzerhand personell ausgestockt. Der Dortmund Ems-Kanal verlief auf dem ersten Kilometer im Flussbett der Hase. Nach einer Engstelle – hier befindet sich eine Hubbrücke – bogen wir in einen Altarm der Ems ab: Dort ruderten wir drei Kilometer flussauf. Dieser Schlenker war notwendig, um insgesamt eine Ruderleistung von über 100 km zu erzielen. Zur Mittagsrast legten die beiden Vierer in Haren an. Hier endet der Haren-Rütenbrock-Kanal, eine Wasserverbindung zum niederländischen Groningen. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter bis zum Sportboothafen Lathen. Relativ lange mussten wir an der Schleuse Hilter warten. Die Schleusen auf dem Dortmund-Ems-Kanal sind für Frachter ausgelegt, als Ruderer kommt man sich hier klein und unbedeutend vor. Nach der Schleuse Hilter nahm der Schiffsverkehr deutlich zu. In Lathen wurde die Boote aus dem Wasser genommen, gereinigt und verladen. Danach gab es Kaffee und Kuchen. Lecker! Drei Rudertage waren zu Ende, am Abend genossen wir bei Spargel satt nochmals das Zusammensein. Am Sonntagmorgen löste sich die gesellige Runde von Wassersportlern wieder auf. Ein großes Lob erhielt die Fahrtenleitung. Mit dem Wunsch nach einem Wiedersehen starten die beiden Kleinbusse nach Kassel, der PKW über Limburg nach Frankfurt und der Van, der noch ein Tag länger in Lingen blieb. Mit Kaffee und Kuchen auf der Veranda des CFRV klang diese schöne Tour aus.

Nachsatz: Jetzt bei der Erfassung meines Berichts und bei der Sichtung der Gewässerbeschreibungen wird mir noch einmal deutlich wie unübersichtlich das Datenmaterial ist, welches über www.rudern.de zur Verfügung gestellt wird. In der Realität sah alles viel einfacher auf. Dieses Material erleichterte die Planung für diese Tour sicher nicht. Auch hierfür ein Lob an das CFRV-Team.

Stephan Gerlach

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